Einzelunternehmen gründen in 8 Schritten

02 Juli 202530 März 2026
Maximilian Schmidt
Einzelunternehmen

Du willst dein eigenes Business starten und suchst nach einer unkomplizierten Lösung?

Ein Einzelunternehmen gilt in Deutschland als eine der einfachsten Möglichkeiten, selbstständig zu werden. Die Gründung kann in vielen Fällen vergleichsweise schnell umgesetzt werden, erfordert kein Startkapital und gibt dir die volle Kontrolle über dein Unternehmen – gleichzeitig bist du aber auch persönlich für alle Verpflichtungen verantwortlich. In diesem Guide erfährst du, wie die Gründung abläuft, welche Schritte wichtig sind und wie sich das Einzelunternehmen von anderen Rechtsformen wie GmbH oder UG unterscheidet.

Wenn du einen umfassenden Überblick über verschiedene Unternehmensformen brauchst, findest du weitere Informationen hier: Unternehmensformen in Deutschland: Dein Guide für die richtige Wahl.

Hinweis: Die Inhalte dieses Blogs dienen lediglich der allgemeinen Information und stellen keine Rechts-, Finanz-, Anlage- oder Steuerberatung dar. Sie sind keine Empfehlung oder Grundlage für finanzielle Entscheidungen. Bevor aufgrund der bereitgestellten Informationen Maßnahmen ergriffen werden, sollte immer der Rat von qualifizierten Fachleuten eingeholt werden, die die individuellen Umstände berücksichtigen können.

Was ist ein Einzelunternehmen?

Ein Einzelunternehmen beschreibt eine Unternehmensform, bei der eine Person ihr Geschäft eigenständig und unter eigenem Namen betreibt. Eine rechtliche Trennung zwischen Unternehmen und der Inhaber:in besteht nicht – beide gelten als eine Einheit. Wer ein Einzelunternehmen gründen möchte, entscheidet unabhängig, trägt aber auch die vollständige Verantwortung für alle geschäftlichen Verpflichtungen.

Merkmale

Typische Eigenschaften eines Einzelunternehmens sind:

Beispiele für Einzelunternehmen

Zur Gründung eines Einzelunternehmen kommt es besonders häufig bei kleineren und flexiblen Geschäftsmodellen, zum Beispiel bei:

Arten von Einzelunternehmen

Wer allein ein Business gründen möchte, kann aus verschiedenen Rechtsformen wählen, die sich vor allem hinsichtlich rechtlicher Anforderungen und Pflichten unterscheiden:

Eintragung ins Handelsregister

Nicht jedes Einzelunternehmen muss im Handelsregister eingetragen werden. Während Kleingewerbetreibende und Freiberufler:innen in der Regel darauf verzichten können, besteht für vollkaufmännische Betriebe eine gesetzliche Eintragungspflicht. Mit der Eintragung ist meist auch die Verpflichtung verbunden, den Zusatz „eingetragener Kaufmann“ (e.K.) oder „eingetragene Kauffrau“ (e.Kfr.) zu führen.

Haftung und Unternehmenskennzeichnung

Unabhängig von der konkreten Ausprägung gilt: Das Einzelunternehmen ist mit einer unbeschränkten Haftung verbunden. Das bedeutet, dass auch das private Vermögen für geschäftliche Verbindlichkeiten herangezogen werden kann.

Zudem sind insbesondere eingetragene Kaufleute verpflichtet, ihre Rechtsform klar kenntlich zu machen, um Transparenz im Geschäftsverkehr zu gewährleisten.

Für wen eignet sich ein Einzelunternehmen?

Wenn du dich fragst, wie man ein Unternehmen gründet, ist das Einzelunternehmen oft der naheliegende Einstieg. Diese Rechtsform richtet sich vor allem an Personen, die ohne großen organisatorischen Aufwand starten und ihre Geschäftsidee eigenständig umsetzen möchten.

Typischerweise eignet sich ein Einzelunternehmen für:

In der Praxis wird das Einzelunternehmen häufig gewählt, wenn ein schneller Start und geringe Gründungskosten wichtiger sind als die Haftungsbegrenzung.

Deine Vorteile

Deine Risiken

Alternativen zum Einzelunternehmen

Nicht in jedem Fall ist das Einzelunternehmen die beste Wahl. Je nach Geschäftsmodell, Risiko und Wachstumsperspektive können andere Rechtsformen besser passen.

Ein kurzer Vergleich hilft dir bei der Entscheidung:

Einzelunternehmen: Du gründest allein, brauchst kein Mindestkapital und kannst schnell starten. Dafür haftest du persönlich mit deinem Privatvermögen. Besonders geeignet für kleine Projekte, Nebenberuf oder den Einstieg in die Selbstständigkeit.

UG (haftungsbeschränkt): Eine Alternative mit geringem Startkapital (ab 1 €). Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt, dafür ist der Gründungsaufwand etwas höher. Sinnvoll, wenn du Risiken reduzieren möchtest, aber noch kein großes Kapital hast.

GmbH: Erfordert mindestens 25.000 € Stammkapital und mehr Formalitäten bei der Gründung. Dafür bietet sie klare Strukturen und Haftungsbegrenzung. Häufig die bessere Wahl für größere Vorhaben, Investoren oder langfristiges Wachstum.

Haftung im Detail

Bei der Gründung eines Einzelunternehmens solltest du dir bewusst sein, dass du persönlich haftest. Es gibt keine rechtliche Trennung zwischen dir und deinem Unternehmen. Das bedeutet: Für Schulden oder Verpflichtungen kann nicht nur das Betriebsvermögen, sondern auch dein Privatvermögen herangezogen werden.

Gleichzeitig bist du nicht völlig ungeschützt. Es gelten gesetzliche Pfändungsfreigrenzen, die sicherstellen, dass dir ein Existenzminimum bleibt. Wie hoch dieser geschützte Betrag ist, hängt unter anderem von deiner familiären Situation und möglichen Unterhaltspflichten ab.

Wenn du dein persönliches Risiko reduzieren möchtest, kannst du später die Rechtsform wechseln, zum Beispiel zu einer UG oder GmbH. In diesen Fällen ist die Haftung grundsätzlich auf das Unternehmensvermögen beschränkt. Allerdings verlangen Banken bei Krediten oft zusätzliche persönliche Sicherheiten, sodass ein Restrisiko bestehen bleiben kann.

Zusammenfassung:

Wichtig: Als Einzelunternehmer:in trägst du das volle wirtschaftliche Risiko. Einnahmen sind nicht garantiert, und Verluste können entstehen.

Voraussetzungen für die Gründung

Bevor du loslegst, solltest du prüfen, ob die wichtigsten Voraussetzungen für deine Selbstständigkeit erfüllt sind. Die Gründung eines Einzelunternehmens ist zwar vergleichsweise unkompliziert, ganz ohne Vorbereitung kommt sie aber nicht aus.

Persönliche Voraussetzungen

Für die Gründung eines Einzelunternehmens musst du grundsätzlich volljährig und geschäftsfähig sein. In vielen Fällen reicht das bereits aus, um starten zu können.

Je nach Tätigkeit können jedoch zusätzliche Voraussetzungen gelten. Das betrifft vor allem Berufe oder Branchen, die gesetzlich geregelt sind – zum Beispiel im Handwerk, in der Gastronomie oder in bestimmten freien Berufen. In solchen Fällen können Nachweise, Zulassungen oder besondere Genehmigungen erforderlich sein.

Wichtig ist außerdem, dass du eine ladungsfähige Anschrift angeben kannst und dein Vorhaben rechtlich zulässig ist.

Geschäftsidee und Vorbereitung

Noch vor der Gründung deines Einzelunternehmens solltest du möglichst klar festlegen, was genau du anbieten möchtest. Eine präzise Beschreibung deiner Tätigkeit hilft nicht nur bei der Gründung, sondern auch bei späteren Schritten wie Gewerbeanmeldung, steuerlicher Erfassung oder Buchhaltung.

Überlege dir deshalb vorab eine Checkliste mit Punkten wie:

Je besser du deine Geschäftsidee vorbereitest, desto leichter wird der Einstieg.

Notwendige Unterlagen

Für die Anmeldung und steuerliche Erfassung brauchst du in der Regel einige grundlegende Angaben und Dokumente. Dazu gehören vor allem:

Je nach Branche oder Behörde können weitere Unterlagen erforderlich sein. Es lohnt sich deshalb, vorab zu prüfen, welche Nachweise in deinem konkreten Fall benötigt werden.

How-to: So gründest du dein Einzelunternehmen – Schritt für Schritt

Wenn du dich fragst, wie man ein Einzelunternehmen gründet, hilft dir diese Schritt-für-Schritt Anleitung.

Schritt 1: Deine Geschäftsidee konkretisieren

Je klarer und spezifischer du deine Tätigkeit formulierst, desto einfacher wird die Anmeldung und später die Werbung. Statt allgemein „Beratung“ solltest du deine Branche genau benennen, z. B. „Marketingberatung für kleine Unternehmen“. Das erleichtert die Zuordnung bei der Gewerbeanmeldung und signalisiert potenziellen Kund:innen genau, was du anbietest.

Schritt 2: Businessplan erstellen

Ein gut strukturierter Businessplan hilft dir, deine Geschäftsidee zu durchdenken und zu planen. Er ist oft Voraussetzung bei Banken oder Investoren. Achte auf folgende Inhalte: Geschäftsidee, Marktanalyse, Marketingstrategie, Finanzplanung und Zielsetzung. Zum Thema “Einzelfirma gründen” finden sich online zahlreiche kostenlose Vorlagen und Muster.

Schritt 3: Firmennamen wählen

Als Einzelunternehmer:in kannst du entweder deinen bürgerlichen Namen verwenden oder einen Fantasienamen wählen. Wichtig ist jedoch:

Schritt 4: Gewerbe anmelden

Bevor du starten kannst, musst du dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Die Anmeldung ist meist vor Ort oder online möglich. Die Gebühr liegt meist zwischen 20 und 60 Euro. Achte darauf, ob für deine Branche spezielle Genehmigungen notwendig sind, und stelle sicher, dass dir diese vor der Gewerbeanmeldung vorliegen.

Schritt 5: Steuerliche Erfassung beim Finanzamt & ELSTER-Prozess

Kurz nach der Gewerbeanmeldung bekommst du einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zugesandt oder du reichst ihn direkt online über das Portal des Finanzamts (ELSTER) ein. Mit der Rücksendung dieses Fragebogens bekommst du vom Finanzamt deine Steuernummer, die du für Rechnungen und steuerliche Angelegenheiten benötigst. Falls du noch kein ELSTER-Konto hast, solltest du es rechtzeitig online registrieren, da die Verifizierung einige Tage dauert.

Schritt 6: Handelsregistereintrag prüfen

Nicht alle Einzelunternehmen müssen im Handelsregister eingetragen werden. Nur wenn du kaufmännisch tätig bist oder bestimmte Umsatzgrenzen überschreitest, ist eine Eintragung vorgeschrieben. Die meisten kleinen Einzelunternehmen sind davon ausgenommen, was den Verwaltungsaufwand reduziert.

Schritt 7: Geschäftskonto eröffnen

Für eine bessere Übersicht solltest du ein separates Geschäftskonto eröffnen, auch wenn dies gesetzlich nicht verpflichtend ist. Ein Geschäftskonto erleichtert die Buchhaltung, da private und geschäftliche Finanzen klar getrennt werden. Achte bei der Auswahl auf Server-Sicherheit, Gebühren, Funktionen wie Onlinebanking und Schnittstellen zu Buchhaltungssoftware.

Schritt 8: Buchhaltung organisieren

Für die Vorbereitung eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung und der Steuererklärung solltest du ein digitales Buchhaltungstool mit deinem Geschäftskonto verknüpfen. Bekannte Anwendungen wie sevDesk, Lexware Office  oder DATEV automatisieren Routine-Aufgaben und ermöglichen die einfache Übermittlung von Finanzdaten an das Finanzamt.

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Was kostet die Gründung?

Gewerbeanmeldung

Handelsregistereintrag (falls erforderlich)

Steuerberatung und Buchhaltungssoftware

Moderne Banken wie Vivid Business bieten zudem komfortable Exporte und Integrationen, die die Erfassung von Transaktionen und die Erstellung von Berichten deutlich vereinfachen.

Geschäftskonto

Kontoführungsgebühren: 0 € bis 50 € im Monat
empfohlen, aber nicht verpflichtend

Mindestkapital

Kein gesetzliches Mindestkapital für Einzelunternehmen

Liquiditätsplanung und Sicherheiten

Rücklagen zur Vermeidung von Liquiditätsengpässen
geeignete Sicherheiten (wie z.B. Immobilien) helfen, Risiken zu minimieren
Anmeldegebühren 20–65 € einmalig
Eintrag ins Handelsregister 150–300 € einmalig
Geschäftskonto 0–50 € pro Monat
Mindestkapital 0 €
Steuerberatungsleistungen 35–210+ € pro Monat
Buchhaltungssoftware 10–30 € pro Monat
Buchhaltung 0–20 € pro Monat

Steuern und Buchhaltung

Je nach Größe und Umsatz deines Einzelunternehmens gelten unterschiedliche Anforderungen an die Buchführung:

Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)

Die meisten kleinen Einzelunternehmen und Freiberufler:innen können eine vereinfachte Buchführung in Form der EÜR nutzen. Dabei werden nur Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, was den Verwaltungsaufwand reduziert.

Doppelte Buchführung

Ab einer gewissen Unternehmensgröße oder bei einem Handelsregistereintrag bist du verpflichtet, eine umfassende doppelte Buchführung zu führen.

Steuerliche Pflichten im Einzelunternehmen

Einkommensteuer

Auf den Gewinn deines Unternehmens musst du Einkommensteuer zahlen. Die Höhe richtet sich nach deinem persönlichen Steuersatz.

Gewerbesteuer

Bei gewerblichen Tätigkeiten kann Gewerbesteuer anfallen. Für Einzelunternehmen gilt ein Freibetrag von 24.500 € beim Gewerbeertrag.

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)

Standardmäßig bist du umsatzsteuerpflichtig, außer du beantragst die Kleinunternehmerregelung.

Lohnsteuer

Falls du Mitarbeitende beschäftigst, bist du verpflichtet, Lohnsteuer abzuführen.

Kleinunternehmerregelung: Voraussetzungen und Vorteile

Wenn dein Umsatz im vergangenen Kalenderjahr unter 22.000 Euro lag und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreitet, kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass du keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen und abführen musst. Dies vereinfacht deine Steuererklärung erheblich, bietet aber den Nachteil, dass du keine Vorsteuer aus Eingangsleistungen geltend machen kannst. Das heißt, dass du die Mehrwertsteuer (Vorsteuer), die du selbst auf Rechnungen für z. B. Software, Geräte oder Dienstleistungen zahlst, nicht vom Finanzamt zurückholen kannst. Diese Steuer wird für dich also zu einem zusätzlichen Kostenfaktor.

Checkliste zur Gründung eines Einzelunternehmens

Wenn du ein Einzelunternehmen planst, hilft dir eine klare Struktur. Eine gut aufgebaute Checkliste, um ein Einzelunternehmen zu gründen, sorgt dafür, dass du alle wichtigen Schritte im Blick behältst – von der Idee bis zum Start.

Vor der Gründung:

Geschäftsidee konkret definieren
prüfen, ob Genehmigungen oder Qualifikationen erforderlich sind
entscheiden, ob du haupt- oder nebenberuflich starten möchtest

Anmeldung und Formalitäten:

Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden (falls erforderlich)
steuerliche Erfassung beim Finanzamt durchführen
Steuernummer erhalten

Organisation und Vorbereitung:

Geschäftskonto eröffnen (empfohlen)
Buchhaltung organisieren (z. B. Software auswählen)
notwendige Versicherungen prüfen und abschließen

Start in die Selbstständigkeit:

Rechnungen korrekt erstellen
Einnahmen und Ausgaben dokumentieren
gesetzliche Fristen und Pflichten im Blick behalten

Nützliche Tipps für den Start

1
Melde dein Gewerbe zügig an – am besten kurz nach Aufnahme deiner Tätigkeit
2
Sammle alle Belege sorgfältig und digitalisiere sie, wo möglich
3
Prüfe, welche Versicherungen für dich sinnvoll oder verpflichtend sind (z. B. Krankenversicherung, Berufshaftpflicht)

Fazit

Das Einzelunternehmen gehört zu den beliebtesten Rechtsformen für den Einstieg in die Selbstständigkeit in Deutschland. Es ermöglicht einen schnellen Start, erfordert kein Mindestkapital und ist vergleichsweise einfach in der Umsetzung. Gleichzeitig solltest du dir der persönlichen Haftung und der eigenen Verantwortung bewusst sein.

Für viele Gründer:innen ist das Einzelunternehmen ein sinnvoller erster Schritt, um Ideen zu testen und erste Erfahrungen zu sammeln. Sobald dein Unternehmen wächst oder sich die Anforderungen ändern, kannst du später jederzeit auf eine andere Rechtsform wechseln.

Wenn du also unkompliziert starten und dein eigenes Business aufbauen möchtest, bietet dir das Einzelunternehmen eine flexible und zugängliche Grundlage.

Hinweis: Die in diesem Artikel beschriebenen rechtlichen und regulatorischen Angaben gelten für den deutschen Markt, Stand Juli 2025. Da diese sich von Zeit zu Zeit ändern können, prüfe bitte gegebenenfalls aktuelle Angaben.

Quellen: Einkommensteuergesetz (EStG), Gewerbesteuergesetz (GewStG), Bundesministerium der Finanzen (BMF), Informationen der zuständigen Gewerbeämter und Industrie- und Handelskammern (IHK).

Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

  • Für wen ist ein Einzelunternehmen geeignet?

    Ein Einzelunternehmen eignet sich besonders für Personen, die allein und eigenverantwortlich gründen möchten. Typische Untergruppen sind Freiberufler:innen, kleine Gewerbetreibende oder Gründer:innen, die ohne großen organisatorischen Aufwand starten wollen. Auch für Nebenprojekte oder erste Geschäftsideen ist diese Rechtsform häufig eine passende Wahl.

  • Ein Kleingewerbe ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Variante des Einzelunternehmens. Es beschreibt vor allem kleinere, oft weniger komplexe gewerbliche Tätigkeiten mit vereinfachten Anforderungen, insbesondere in der Buchführung.

  • Nein, nicht jedes Einzelunternehmen ist eintragungspflichtig. Eine Registrierung im Handelsregister ist nur dann erforderlich, wenn der Betrieb eine kaufmännische Organisation erfordert. Viele kleinere Unternehmen und Nebentätigkeiten kommen ohne diesen Eintrag aus.

  • Die Gründung eines Einzelunternehmens ist in der Regel schnell möglich. Die Gewerbeanmeldung kann häufig innerhalb eines Tages erfolgen. Die steuerliche Erfassung beim Finanzamt nimmt meist ein bis drei Wochen in Anspruch. Während dieser Zeit lassen sich bereits weitere organisatorische Schritte vorbereiten, wie z.B. Versicherungen und die Eröffnung eines Geschäftskontos

  • Kommt es zu einer Insolvenz, haftet der/die Einzelunternehmer:in mit dem gesamten Privatvermögen. Je nach Situation kann ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden, beispielsweise eine Regel- oder Privatinsolvenz. Eine frühzeitige Planung kann helfen, Risiken zu begrenzen.

  • Ein separates Geschäftskonto ist rechtlich nicht vorgeschrieben, aber in der Praxis sinnvoll. Es erleichtert die Trennung von privaten und geschäftlichen Zahlungen und unterstützt eine übersichtliche Buchführung.

  • Einzelunternehmer:innen unterliegen in der Regel mehreren Steuerarten:

    • Einkommensteuer: auf den Gewinn des Unternehmens
    • Umsatzsteuer: sofern die Kleinunternehmerregelung nicht angewendet wird
    • Gewerbesteuer: bei gewerblicher Tätigkeit, abhängig vom Gewinn

    Welche Steuern konkret anfallen, hängt von der Art der Tätigkeit und den Umsätzen ab.

  • Ja, auch Einzelunternehmen können Mitarbeiter:innen beschäftigen. In diesem Fall entstehen zusätzliche Pflichten, etwa die Anmeldung bei Sozialversicherungsträgern, die Abführung von Lohnsteuer sowie die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften.

  • Das hängt von deinen Zielen ab. Wer ein Einzelunternehmen gründet, hat meist einen schnellen und einfachen Einstieg mit wenig Aufwand. Eine UG bietet hingegen eine Haftungsbegrenzung, erfordert aber mehr Formalitäten. Welche Variante besser geeignet ist, hängt von Risiko, Kapital und Wachstumsplänen ab.

  • Eine Umwandlung ist möglich, erfordert jedoch einen formellen Ablauf. Dazu gehören in der Regel notarielle Schritte, ein Handelsregistereintrag sowie die Erstellung eines Gesellschaftsvertrags. Viele Gründer:innen wählen diesen Weg, um die Haftung zu begrenzen oder ihr Unternehmen weiterzuentwickeln.

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